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Kosmische Ordnung: Das Erdmagnetfeld

Der Erdmagnetismus

Was ist das Erdmagnetfeld?

Das Magnetfeld der Erde ist ähnlich dem eines Stabmagneten mit einem Pol in der Nähe des geografischen Nordpols und einem anderen in der Nähe des geografischen Südpols. Es wird hervorgerufen durch die Konvektion des flüssigen Eisens im äußeren, flüssigen Kern zusammen mit dem Coriolis-Effekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Corioliskraft), verursacht durch die Planetenrotation. Dieser Effekt führt zu den elektrischen Strömungen, die entlang der magnetischen Nord-Südpolar-Achse ausgerichtet sind. Die magnetische Energie fließt von dem stärkeren, magnetischen Nordpol hin zu dem schwächeren magnetischen Südpol.

Wichtig zu wissen an dieser Stelle ist noch folgendes: Wenn im Allgemeinen vom Nordpol gesprochen wird, so wird dieser nicht nur mit dem geografischen in Verbindung gebracht, sondern auch mit dem magnetischen. In Wahrheit aber liegt neben dem geografischen Nordpol der magnetische Südpol und neben dem geografischen Südpol der magnetische Nordpol. Da die magnetischen Pole nicht auf den geografischen Polen liegen, zeigt bei uns in Europa der Nordpol einer Magnetnadel nicht exakt nach Norden, sondern etwas weiter westlich. Denn der magnetische Südpol liegt ca. 1.700 km vom geografischen Nordpol und der magnetische Nordpol ca. 2.600 Kilometer vom geografischen Südpol entfernt. Die Abweichung einer Magnetnadel von der Nord-Süd-Richtung wird als Missweisung oder Deklination (http://de.wikipedia.org/wiki/Deklination_Geographie) bezeichnet.

Wie wirkt sich das Erdmagnetfeld auf die Lebewesen aus?

Es ist wissenschaftlich bekannt, dass das Magnetfeld der Erde auf verschiedene Art und Weise Einfluss auf Menschen und Tiere hat. Jede Zelle eines Lebewesens reagiert nicht nur auf elektromagnetische Strömungen, sondern erzeugt sie auch; eine Plus- und eine Minusspannung ist in jeder Zelle messbar. So verfügt beispielsweise der menschliche Körper zwar über eine eigene Elektrizität in Höhe von ein paar millionstel Volt, benötigt aber zusätzlich die Spannung des Erdmagnetfeldes. Ohne diese natürliche Umgebungsspannung wäre keinerlei Leben auf der Erde möglich.

Für viele Tiere weist das Magnetfeld an jedem Punkt der Erde ein ganz bestimmtes, individuelles Muster auf. Dieses kann von einigen Tierarten aufgrund ihres höchst sensiblen Mechanismus auf sehr unterschiedliche Art und Weise wahrgenommen und gespeichert werden. Dadurch verfügen sie über die Möglichkeit, verschiedene Magnetbildmuster zu vergleichen und das Magnetfeld der Erde quasi wie eine Landkarte lesen zu können. Diese Fähigkeit setzen sie zur eigenen Orientierung ein.

Warum ist die Erdmagnetfeld so ein wichtiger Faktor für das Vastu Shastra?

Der Mensch selber ist Erzeuger seines eigenen Bio-Magnetfeldes. Herz, Gehirn, Muskeln sowie unser gesamtes Nervensystem bilden ein sehr komplexes Energiefeld, das sich ähnlich einem Donut um den Menschen herum aufbaut. Dieses biomagnetische Feld interagiert, wie jedes andere Magnetfeld auch, mit dem Magnetfeld der Erde. Dadurch nimmt das Erdmagnetfeld einen direkten Einfluss auf den menschlichen Organismus.

Am Kopf befindet sich der magnetische Nordpol und an den Füssen der magnetische Südpol. Und wie wir alle sicherlich noch wissen, ziehen sich ungleiche Pole an und gleiche stoßen sich ab. Deshalb empfiehlt das Vastu auch, mit dem Kopf nach Süden und den Füßen nach Norden zu schlafen.

Es ist schon erstaunlich, dass bereits die alten indischen Gelehrten vor vielen tausend Jahren über die negativen und positiven Auswirkungen des Erdmagnetfeldes auf den Menschen Bescheid wussten. Das Magnetfeld der Erde ist, neben der Sonnenenergie, der zweite wichtige Faktor im Vastu Shastra der die Gestaltung von Gebäuden beeinflusst. Ein Ziel von Vastu ist es, sicherzustellen, dass die Bewohner ständig in der richtigen magnetischen Achse ausgerichtet sind, während sie sich im Inneren des Hauses aufhalten. So kann sich der Effekt des Erdmagnetfeldes positiv auf sie auswirken.

Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde bereits 1992 belegt, dass das Erdmagnetfeld direkt auf unser Gehirn einwirkt und uns so beeinflusst. 2012 Jahr gelang einem amerikanischen Forscherteam erstmals der Nachweis, dass Magnetitkristalle im menschlichen Gehirn massenhaft vorhanden sind, die mit dem Magnetfeld der Erde korreliert.

Quelle: Forscherteam Prof. Joseph L. Kirschvink, seine Mitarbeiter Atsuko Kobayashi-Kirschvink sowie Barbara L. Woodford; Geobiologischen-Universität am Carlifornia-Institut of Technology (Caltech) in Pasadena.

Wie setzt das Vastu-Shastra die Kenntnisse über das Erdmagnetfeld bei der Gestaltung von Bauwerken um?

Eines der wichtigen Vastu-Prinzipien, das aus der Kenntnis des Erdmagnetfeldes resultiert, ist, mit dem Kopf nach Süden hin zu schlafen, nie nach Norden. So wird der Energiefluss aufrecht gehalten und die Menschen finden einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Wenn der Kopf beim Schlafen hingegen nach Norden zeigt, so verursacht dies Verspannungen, Schlafstörungen und andere gesundheitliche Probleme. Im Vastu heißt es, dass nur einem toten Körper erlaubt sein sollte, mit dem Kopf nach Norden zu liegen.

Ähnliche Regeln gibt es für das Sitzen am Schreibtisch, bei kreativer oder kaufmännischer Tätigkeit. Auch hier ist Blickrichtung wichtig. In einem Meditations- oder Andachtsraum ist z. B. die beste Blickrichtung auf den Altar oder einen Schrein nach Osten.