Vastu-Prinzipien: Zuordnung der BereicheDie drei Gunas

Die Tri-Gunas im Vastu-Shastra
Im vedischen Wissen wird die gesamte materielle bzw. kosmische Schöpfung oder auch Prakritti durch bestimmte energetische Bewegungen beeinflusst. Durch sie hat jedes Wesen, jedes Element und jedes Ding bestimmte Eigenschaften, die durch das Mischen dieser Energien verursacht werden.
Sowohl das Vastu als auch Ayurveda kennen die fünf Elemente, die drei Doshas oder die drei Gunas, als subtile Zentralenergien, aus denen das gesamte Universum und folglich auch unser Körper und unser Zuhause bestehen.
Die drei Gunas sind die Energie der Tugend (Sattva), der Leidenschaften (Rajas) und der Unwissenheit (Tamas).
- Sattva ist die Kraft der Kohärenz, Evolution und des Wachstums und repräsentiert das kreative positive Element. Sie steht für Reinheit und Güte, ist konstruktiv, harmonisch und leicht.
- Tamas ist die Trägheitskraft, die zur Atrophie und Auflösung führt und daher die destruktive, negative Energie ist. Sie steht für Dunkelheit und ist abgestanden, schwer, beruhigend ruhig, destruktiv und chaotisch.
- Rajas verkörpern die Energie, die sich zwischen den beiden extremen Polen Sattva und Tamas bewegt, und manifestiert sich als Aktion, Veränderung und Bewegung. Sie stehen für Leidenschaft und sind feurig, aktiv und verwirrend.
Alles auf der Welt ist Ausdruck dieser Gunas. Jeder Mensch und jedes Objekt enthält unterschiedliche Anteile dieser Gunas. Vastu zeigt, wo die drei Gunas in einem Haus wirken und auf welche Himmelrichtungen sie sich beziehen.
Der Nordostquadrat ist der Sattva-Bereich eines Hauses. Dieser Bereich sollte frei und übersichtlich gehalten werden, da er durch die Energie der Klarheit und Geräumigkeit verstärkt wird.
Die südwestliche Ecke ist der tamasische Bereich. Er enthält die geringste Menge an Licht, ist daher dunkel und träge und somit eine gute Position zum Schlafen. Tamas ist auch in der Lage, schwere Gewichte auszuhalten.
Der Südosten und der Nordwesten gelten als Rajas. Diese Bereiche eignen sich am besten für Aktivitäten wie Kochen, Essen und Reden.
Der Nordosten repräsentiert den Seinszustand und ist daher der stärkste und positivste Bereich in einem Haus. Der Südwesten gilt als der schwächste Ort in einem Raum oder einem Haus.
In den Haupt-Himmelsrichtungen finden wir Übergänge zwischen den einzelnen Gunas vor. So besteht die Nord- und Ostrichtung zu einer Hälfte aus Sattva und zur anderen Hälfte aus Rajas. Und die Süd- bzw. Westrichtung setzt sich zu einer Hälfte aus Tamas und zur anderen Hälfte aus Rajas zusammen.
Im Herzzentrum ist der Bereich des Equilibriums. Ein Zustand der Ruhe oder des Gleichgewichts aufgrund der gleichmäßigen Wirkung der entgegengesetzten Kräfte der drei Gunas: Sattwa, Rajas und Tamas.
Wenn die Gunas ihren Gleichgewichtszustand verlieren, wird Prakriti aktiv und die Schöpfung findet statt, die Evolution beginnt und der Zyklus von Geburt und Tod beginnt. Wenn sie ihr perfektes Gleichgewicht wiedererlangen, beginnt die Involution, die Schöpfung löst sich auf und der Kreislauf von Geburt und Tod endet.
Im Satva Guna ist der Raum ist hell, ordentlich, luftig, harmonisch angeordnet, komfortabel und funktional. Sie sind in angenehmen Farben gehalten, leicht, meist neu und gut eingerichtet.
Im Rajas Guna ist der Raum ist dynamisch, voller Leidenschaft und Schwingungen, gelegentlich ordentlich, gelegentlich chaotisch, Dinge liegen verstreut herum, er ist voller kräftiger Farben. Die Möbel sind verspielt oder in ausdrucksstarken Farben gehalten.
Im Tamas Guna ist der Raum ist dunkel, hat schwere und alte Möbel, ist unordentlich, heruntergekommen, hat einen schlechte, abgestandenen Geruch, verfügt über zu wenig Licht und ist feucht.
Vastu-Defekte und ihre Auswirkungen auf die Bewohner
Es kommt selten vor, dass eine Wohnung oder ein Haus den Normen des Vastu-Shastra entspricht. Eine große Anzahl von Vastu-Fehlern kann behoben werden – jedoch nicht alle. Störungen führen immer wieder zu einem Ungleichgewicht und wirken sich entsprechend auf unsere Gesundheit und unsere Lebensaspekte aus. Denn gutes Vastu erzeugt positive Energien, die uns im Leben voranbringen. Vastu-Defekte hingegen verursachen negative Energien und wir müssen mit Hindernissen auf unserem Lebensweg rechnen.
Das Vastu-Purusha-Mandala zeigt, wo genau sich die Vastu-Defekte befinden. Wird dieser Ort in Zusammenhang gebracht mit der jeweiligen Zuordnung oder Bestimmung eines Bereiches, lassen sich so Erkenntnisse erzielen, mit welchen Auswirkungen möglicherweise zu rechnen und was zu verändern ist.
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