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Kosmische Ordnung: Das Sonnenlicht

Das Sonnenlicht

Was ist Sonnenlicht und wie setzt es sich zusammen?

Das Sonnenlicht besitzt zwei unterschiedliche Spektren - das sichtbare und das für das menschliche Auge unsichtbare Licht.

Das für das menschliche Auge sichtbare Spektrum besteht hauptsächlich aus weißem Licht, einer Kombination von sieben Hauptfarben, besser bekannt als "VIBGYOR" (spektrale Farben): Violett, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot. Diese Farben haben, je nach Färbung und Intensität, tiefe psychologische Auswirkungen auf Menschen. Sie können uns in ganz bestimmte Stimmungen versetzen und werden deshalb gerne für die Kreation eines guten, positiven Umfeldes eingesetzt.

Das für uns Menschen nicht sichtbare Lichtspektrum befindet sich jeweils zu beiden Seiten des sichtbaren Lichts. Es besteht zum Einen aus dem Ultra-Violetten-Licht (chemisches Licht), zum Anderen aus dem Infrarotlicht (thermisches Licht). Die Ultra-Violetten-Strahlen haben eine kürzere Wellenlänge als die sichtbaren Lichtstrahlen. Sie sind in der Lage, Bakterien zu töten und helfen uns bei der Synthese von Vitamin D in unserem Körper. Infrarot-Strahlen hingegen haben eine längere Wellenlänge als die sichtbaren Lichtstrahlen und sind ebenfalls unsichtbar. Sie erzeugen Wärme.

Warum ist die Sonne als Leben spendende Energie so essentiell wichtig?

Ganz einfach, die Sonne erhält uns am Leben. Pflanzen erzeugen Glukose (energiereiche Lebensmittel) aus dem Kohlendioxid in der Luft. Wasser und Sauerstoff werden durch die Sonneneinstrahlung als Nebenprodukt freigesetzt. Dieser Prozess, besser bekannt als Photosynthese, ist absolut notwendig, um das Leben auf der Erde aufrecht zu erhalten. Alle Lebewesen benötigen eine kontinuierliche Zufuhr von Sauerstoff und die Kohlenhydrate aus den Pflanzen als Nahrung. Das weiße, helle Licht der Sonne scheint auf die Erde und macht es so überhaupt erst möglich, dass wir in der Lage sind, etwas zu sehen. Auch die Farben um uns herum können wir nur durch das Sonnenlicht mit all seinen Farbvariationen wahrnehmen. Fällt Sonnenlicht auf einem farbigen Gegenstand, reflektiert dieser das Licht der Farbe des Objekts in unsere Augen, während alle anderen Farben des Lichtspektrums von diesem Objekt absorbiert werden. So nehmen wir die Farben wahr - deshalb erscheint uns ein Apfel rot, wenn er das rote Licht reflektiert.

Warum ist das Sonnenlicht so gut für den Menschen?

Es ist in erster Linie einmal verantwortlich für die Synthese von Vitamin D in unserem Körper. Durch die Einwirkung der Ultra-Violetten-Strahlen des Sonnenlichts auf die Haut wird Vitamin D produziert.

Vitamin D hilft uns bei der Aufnahme von Calcium, bei der Bildung und dem Erhalt der Knochen. Ein Mangel an Vitamin D verursacht spröde, weiche, dünne Knochen und führt zu Knochenerweichung. Krankheiten wie Rachitis bei Kindern und Osteomalazie (schmerzhafte Knochenerweiterung) bei Erwachsenen sowie möglicherweise Osteoporose sind die Auswirkungen. Neuere Forschungen weisen auch darauf hin, dass ein Vitamin D-Mangel mit einem höheren Auftreten von Krebserkrankungen und der Parkinson-Krankheit verbunden ist. So wurde beobachtet, dass es in den Ländern, die weiter weg vom Äquator liegen und keine so intensive Sonneneinstrahlung haben, wie etwa Großbritannien, Kanada oder den USA, eine hohe Inzidenz von Vitamin-D-Mangel gibt.

Sonnenlicht erhöht die Produktion von Endorphinen im Blut, was uns ein Gefühl des Wohlbefindens verschafft. Es reduziert das Auftreten von depressiven Erkrankungen wie SAD (Seasonal Affective Disorder), eine Art von Winter-Depression, die viele Menschen im Winter aufgrund der verkürzten Tagesstunden erfahren.Doch das Sonnenlicht kann noch viel mehr. Es senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem, erhöht das „gute“ Cholesterin und senkt das „schlechte“ und normalisiert den Blutzuckerspiegel. Sonnenlicht hilft der Leber zu entgiften, steigert den Muskeltonus und die Ausdauer, beschleunigt den Heilungsprozess und steigert den Serotoninspiegel im Körper, der uns hilft, wach zu bleiben.

Unabhängig von der Jahreszeit ist es für unseren Körper wichtig, mindestens 15 bis 20 Minuten pro Tag von natürlichem Sonnenlicht beschienen zu werden, um einen positiven gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Gerade im Winter mit seinen wenigen Sonnenstunden können wir feststellen, wie wichtig Sonnenlicht für uns ist. Allerdings müssen wir auch darauf achten, uns vor zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen, da diese sehr schädlich sein kann.

Wieso ist die Sonne so ein wichtiger Faktor im Vastu-Shastra?

Vastu-Shastra berücksichtigt die sich täglich verändernde Intensität der Sonneneinstrahlung von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und vom Frühling bis zum Winter. Selbst der geografische Ort, an dem gebaut wird, spielt ein Rolle und fließt bei der Gestaltung von Gebäuden ein.

Wenn die Sonne am Morgen im Osten aufgeht, ist die Intensität des Lichts viel weniger stark und schädlich wie zu der Zeit ab dem Mittag. So kennzeichnet der Morgen die beste Zeit, in Kontakt mit dem Sonnenlicht zu treten und es in das Gebäude herein zu lassen. Zusätzlich können die UV-Strahlen des Morgenlichtes Keime abtöten (http://www.welt.de/wissenschaft/article776838/UV-Licht-kann-Wasser-reinigen.html, http://de.wikipedia.org/wiki/SODIS), die sich während der Nacht vermehrt haben *).

Am Abend geht die Sonne im Westen unter und die Intensität des Sonnenlichts wird reduziert. Allerdings sind die Infra-Rot-Wärmestrahlen der Sonne im Süden und Westen stärker als im Osten. Hinzu kommt, dass die Infrarotstrahlen Boden und Wände tagsüber erwärmt haben und diese die Wärme wieder reflektieren. Daher sind die West- und die Südseite immer heißer, in den Abendstunden und auch nachts.

Wie hilft das Vastu-Mandala den Bewohnern eines Gebäudes dabei, von den positiven Wirkungen der Sonne zu profitieren?

Hauptziel des Vastu-Shastra ist es, ein Bauwerk zu kreieren, dass den Bewohnern während der Ausübung ihrer Tätigkeit im Inneren des Hauses die Vorteile des Sonnenlichtes zugutekommen lässt. Dafür wird das Vastu-Mandala benötigt. Es ist ein Quadrat, ein metaphysischer Plan eines Bauwerkes, der die Position der Zimmer in einem Haus anzeigt. In diesem Mandala sind die Räume in ganz bestimmte Richtungen positioniert, um so die vorteilhaften Effekte der Sonne - verteilt über den gesamten Tag - immer nutzen zu können.

Eine Wasserquelle oder ein Brunnen sollte bevorzugt an der Ost- und Nordseite eines Hauses platziert werden. So ist es möglich, dass die UV-Strahlen der Morgensonne die Keime abtöten und das Wasser reinigen können, bevor es benutzt wird.

Es ist ratsam, die Küche auf der östlichen Seite, am Besten im Südosten, zu haben. Die morgendlichen Sonnenstrahlen können die Keime z. B. auf dem Küchentisch zerstören und verhindern so, dass Lebensmittel verderben. Weniger Fenster auf der Süd- und Westseite zu haben sowie möglichst dicke Wände, um die Hitze zu reduzieren, ist ein weiteres Vastu-Prinzip. Dadurch wird erreicht, dass wir vor den weniger günstigen Sonnenstrahlen aus diesen Himmelsrichtungen geschützt sind. Vorteilhafter ist es, mehr Fenster im Nordosten und Osten zu haben, um eine möglichst konstante Sonneneinstrahlung aus diesen Bereichen in das Haus zu ermöglichen und somit die Vorteile der UV-Strahlen der Morgensonne besser nutzen zu können.

Weniger genutzte Räume wie etwa die Toiletten oder Lagerräume sollten vorzugsweise auf der Westseite liegen. Die Hitze hält diese Räume trocken und frei von Feuchtigkeit, Keimen oder Pilzen. Darüber hinaus dienen sie als Puffer und verhindern, dass der Rest des Hauses aufgeheizt wird.

Es dürfen keine Hindernisse wie etwa hohe Bäume oder Wände auf der Nord- und Ost-Seite eines Gebäudes vorhanden sein, um eine konstante Sonneneinstrahlung aus diesen Himmelsrichtungen zu ermöglichen. Die Morgensonne aus dem Osten, die in das Haus eindringen kann, erhellt es und reinigt es gleichzeitig. Hohe Bäume auf der Süd- und Westseite bringen den Vorteil, dass das Haus durch sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt wird.

*) Erstmals im Jahre 1878 beobachteten Wissenschaftler, dass Sonnenlicht Bakterien abtöten kann. Schon sehr bald stellte sich heraus, dass nicht das sichtbare Licht für die antibakterielle Wirkung verantwortlich war, sondern ausschließlich das vom Auge nicht wahrnehmbare ultraviolette Licht (UV). Heute weiß man, dass ultraviolettes Licht mit Wellenlängen zwischen 200 und 280 Nanometer (milliardste Meter) von den Molekülen des Bakterienerbguts stark absorbiert wird. Es verändert die Biomoleküle innerhalb von Sekundenbruchteilen und macht die Mikroorganismen dadurch vermehrungsunfähig. Am stärksten ist die keimtötende Wirkung, wenn das verwendete Licht eine Wellenlänge von 254 Nanometer besitzt.